Scheitern

Angst vor dem Scheitern: Was Denzel Washingtons berühmte Rede dir über das Fallen beibringt

Ein junger Mann singt in New York für eine Rolle in einem Musical vor. Er ist sich sicher: Das ist meine Rolle. Es gibt nur ein kleines Problem. Er kann nicht singen. Er bekommt die Rolle nicht.

Dreißig Jahre später steht derselbe Mann wieder im selben Theater, diesmal mit seinem Namen ganz oben auf dem Plakat. Es ist Denzel Washington. Im Video erzähle ich dir seine Rede über das Scheitern wie ein Theaterstück in drei Akten. Darunter findest du alles zum Nachlesen: warum du keinen Plan B brauchst, die Geister an deinem Bett und einen ersten kleinen Schritt gegen die Angst vor dem Scheitern.

Das Video lädt erst, wenn du auf Play tippst. Dann werden Daten an YouTube übertragen, mehr dazu in der Datenschutzerklärung.

Gratis: 10 Gedanken, die deinen Selbstwert heilen

Mut wächst dort, wo du dir selbst etwas wert bist. Hol dir meine 10 Gedanken für die Tage, an denen du an dir zweifelst: kurz, ehrlich und ohne leere Motivationssprüche.

Die 10 Gedanken kostenlos holen

Kostenlos per Mail, kein Spam, jederzeit abbestellbar.

Warum die Angst vor dem Scheitern so stark ist

Fast jeder kennt diesen Moment. Du hast eine Idee, einen Wunsch, einen Plan. Und dann meldet sich eine leise Stimme: Was, wenn es schiefgeht? Was denken die anderen, wenn ich mich blamiere? Also wartest du. Auf den perfekten Moment, auf mehr Sicherheit, auf irgendwann.

Die Angst vor dem Scheitern fühlt sich an wie Schutz. Und kurzfristig ist sie das auch: Wer nichts versucht, kann auch nicht verlieren. Aber genau darin liegt die Falle. Wer nie scheitert, hat meistens gar nichts versucht.

Denzel Washington hat am 16. Mai 2011 vor Tausenden Absolventen der University of Pennsylvania eine Rede gehalten, die genau hier ansetzt. Ein Zusammenschnitt davon wurde fast 70 Millionen Mal angesehen. Sein Gedanke ist einfach: Scheitern ist nicht das Gegenteil von Erfolg. Es ist ein Teil davon.

Erster Akt: Der Sturz. Warum du keinen Plan B brauchst

Denzel beginnt mit einem Satz, den du dir merken solltest: Nichts, was sich im Leben wirklich lohnt, bekommst du, ohne etwas zu riskieren.

Dann erzählt er von einem Rat, den fast jeder schon gehört hat: „Sorg dafür, dass du etwas hast, worauf du zurückfallen kannst.“ Einen Plan B, nur zur Sicherheit. Seine Antwort: Wenn ich falle, will ich nicht zurückfallen. Ich will nach vorne fallen. Denn dann siehst du wenigstens, wo du landest.

Er erinnert an das alte Rätsel mit den neun Punkten, die du mit wenigen geraden Linien verbinden sollst, ohne den Stift abzusetzen. Es klappt nur, wenn du über den Rand des Kästchens hinausgehst. Hab keine Angst, über den Rand zu gehen. Hab keine Angst, groß zu träumen. Aber denk daran: Träume ohne Ziele bleiben Träume. Erst ein Datum und ein erster Schritt machen daraus einen Weg.

Und dann die Beispiele. Der Baseballspieler Reggie Jackson hat über 2.500 Mal danebengeschlagen, so oft wie kaum ein anderer. Erinnert werden aber seine Home Runs. Und Thomas Edison brauchte nach Denzels Erzählung rund tausend Versuche, bevor die Glühbirne funktionierte.

Sein ehrlichster Satz: Du wirst scheitern. Du wirst verlieren, dich blamieren, in etwas richtig schlecht sein. Daran gibt es keinen Zweifel. Also nimm es an, weil es sowieso kommt.

Im Video ab 1:01 ansehen

Das Vorsprechen: Abgelehnt, und trotzdem nicht aufgehört

Ganz am Anfang seiner Karriere sang Denzel für ein Musical am Broadway vor und wurde abgelehnt. Aber er ist nicht zurückgefallen. Er hat sich auf das nächste Vorsprechen vorbereitet. Und auf das nächste. Er ist weiter gescheitert, wieder und wieder.

In Amerika gibt es dazu ein altes Sprichwort: Wer lange genug beim Friseur sitzt, bekommt irgendwann einen Haarschnitt. Wer lange genug dranbleibt, bekommt irgendwann seine Chance.

Dreißig Jahre nach dem ersten Vorsprechen spielte er die Hauptrolle in „Fences“ am Broadway, im selben Theater, in dem er damals gescheitert war. Für diese Rolle gewann er 2010 den Tony Award, den wichtigsten Theaterpreis der USA.

Wenn du etwas haben willst, was du noch nie hattest, musst du etwas tun, was du noch nie getan hast. Vielleicht ist deine letzte Absage nicht das Ende der Geschichte, sondern nur der erste Akt.

Im Video ab 3:29 ansehen

Zweiter Akt: Die Geister an deinem Bett

Das ist der Teil der Rede, über den die meisten am längsten nachdenken. Stell dir vor, du liegst am Ende deines Lebens im Bett. Um dein Bett herum stehen Geister. Keine gruseligen, sondern die Geister deines ungenutzten Potenzials:

1

Die Idee

die du nie umgesetzt hast.

2

Das Talent

das du nie benutzt hast.

3

Die Reise

die du immer verschoben hast.

4

Die Worte

die du einem Menschen nie gesagt hast.

Sie stehen da, enttäuscht und traurig, und sagen: Wir sind zu dir gekommen, weil du uns hättest lebendig machen können. Und jetzt müssen wir mit dir gehen.

Wie viele Geister werden an deinem Bett stehen? Die Frage soll dir keine Angst machen. Sie erinnert dich nur daran, dass du nicht für alles ewig Zeit hast. Wenn dich das berührt, schau dir auch mein Video über dein Leben in Wochen an.

Im Video ab 5:05 ansehen

Was machst du mit dem, was du hast?

Danach spricht Denzel über etwas, das nichts mit Geld zu tun hat. Gib, was du hast: deine Zeit, dein Talent, deine Kraft. Manche haben Geld, manche Geduld, manche Güte, manche die Gabe, schwere Zeiten auszuhalten und trotzdem freundlich zu bleiben.

Die Frage ist nicht, wie viel du hast. Sondern was du damit machst. Vielleicht kannst du gut zuhören, trösten, organisieren oder Menschen zum Lachen bringen. Das ist kein kleines Talent. Es ist genau das, was ein anderer Mensch heute vielleicht braucht.

Im Video ab 6:23 ansehen

Dritter Akt: Der Spiegel. Dein Leben ist keine gerade Linie

Manchmal ist Scheitern der beste Weg, um herauszufinden, wohin du eigentlich gehörst. An der Uni wollte Denzel erst Arzt werden, scheiterte an einem Kurs, wechselte zu Jura, dann zu Journalismus. Seine Noten gingen nach unten, und die Uni schlug ihm höflich eine Pause vor. Er war 20 und an seinem tiefsten Punkt.

Am 27. März 1975 half er im Friseursalon seiner Mutter aus. Unter der Trockenhaube saß eine ältere Frau, die er nicht kannte. Im Spiegel sah er immer wieder, wie sie ihn ansah. Dann sagte sie: „Junge, ich habe eine Vorahnung. Du wirst um die Welt reisen und zu Millionen Menschen sprechen.“

Genau das ist passiert, durch seine Filme. An seinem tiefsten Punkt war er seinem Weg näher als je zuvor. Er wusste es nur noch nicht. Wenn bei dir gerade nichts nach Plan läuft, denk an den jungen Mann im Friseursalon.

Im Video ab 7:20 ansehen

Dein erster Schritt gegen die Angst vor dem Scheitern

Am Ende der Rede steht ein Satz, der alles zusammenfasst: Wenn du im Leben fällst, und das wirst du, dann fall nach vorne. Hier ist eine kleine Übung, damit es nicht bei einem schönen Gedanken bleibt:

  • Such dir einen Geist aus. Nur einen. Die Idee, die du seit Jahren mit dir herumträgst, das Gespräch, das du verschiebst, das Talent, das du versteckst.
  • Mach ihn klein. Was wäre ein Schritt, der höchstens zehn Minuten dauert? Eine Nachricht schreiben, einen Kurs anschauen, einen Termin machen.
  • Gib ihm ein Datum. Nicht irgendwann, sondern diese Woche. Schreib den Tag auf.
  • Erlaub dir das Scheitern. Wenn es nicht klappt: umso besser. Dann bist du nach vorne gefallen und weißt mehr als vorher.

Wenn du merkst, dass du dir selbst immer wieder im Weg stehst, hilft dir vielleicht Selbstsabotage stoppen. Und wenn du lernen willst, auch dann weiterzumachen, wenn die Motivation weg ist, lies Disziplin lernen.

Die Frage im Video ab 9:53 ansehen

Häufige Fragen

Woher kommt die Angst vor dem Scheitern?

Meist aus der Sorge, abgelehnt oder bloßgestellt zu werden. Wer früh gelernt hat, dass Fehler peinlich sind, versucht später lieber gar nicht erst etwas Neues. Die Angst schützt dich kurzfristig vor Enttäuschung, kostet dich langfristig aber genau die Chancen, die du dir eigentlich wünschst.

Was meint Denzel Washington mit „nach vorne fallen“?

Statt dir immer einen sicheren Plan B zum Zurückfallen zu bauen, wagst du den Schritt nach vorne. Wenn du dann fällst, landest du ein Stück weiter, als du vorher warst, und siehst wenigstens, wo du gelandet bist. Scheitern wird so zu einem Teil des Weges und nicht zu seinem Ende.

Wann und wo hat Denzel Washington die Rede gehalten?

Am 16. Mai 2011 bei der Abschlussfeier der University of Pennsylvania. Ein Zusammenschnitt der Rede wurde auf YouTube fast 70 Millionen Mal angesehen.

Was sind die Geister am Bett?

Ein Bild aus der Rede: Am Ende deines Lebens stehen um dein Bett die Geister deines ungenutzten Potenzials. Die Idee, die du nie umgesetzt hast, das Talent, das du nie benutzt hast, die Worte, die du nie gesagt hast. Es soll dir keine Angst machen, sondern dich daran erinnern, dass du nicht ewig Zeit hast.

Wie überwinde ich die Angst vor dem Scheitern konkret?

Fang kleiner an, als du denkst. Such dir eine Sache aus, die du schon lange aufschiebst, und mach diese Woche einen einzigen Schritt: eine Nachricht schreiben, einen Termin machen, eine erste Version zeigen. Jeder Versuch, auch ein misslungener, macht die Angst ein Stück kleiner.

Was ist, wenn mich ein Misserfolg völlig runterzieht?

Rückschläge tun weh, das ist normal. Wenn du dich aber über Wochen leer, hoffnungslos oder erschöpft fühlst, sprich mit deiner Hausarztpraxis darüber. Rund um die Uhr erreichst du auch die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, kostenlos und anonym.

Mehr Mut für dich selbst

Hol dir meine kostenlosen 10 Gedanken, die deinen Selbstwert heilen. Für die Tage, an denen die Angst lauter ist als dein Mut.

Die 10 Gedanken kostenlos holen

Kostenlos per Mail, kein Spam, jederzeit abbestellbar.

Bleib in Verbindung

Auf Instagram, YouTube und Facebook teilen wir jede Woche neue Impulse für Selbstwert, Klarheit und schwere Tage, kurz, ehrlich und ohne Ratgeber-Floskeln.