Du hast schon so viel geschafft und trotzdem fühlt es sich nie genug an. Ein Lob prallt an dir ab, ein kritischer Satz bleibt tagelang hängen. Oft steckt dahinter keine laute Krise, sondern eine stille Abneigung gegen dich selbst. Sie zeigt sich in kleinen Gewohnheiten, die du wahrscheinlich für ganz normal hältst.
Im Video gehe ich mit dir 7 Anzeichen durch. Nimm für jedes Zeichen, das auf dich zutrifft, einen Finger. Darunter findest du alle Zeichen zum Nachlesen, zu jedem einen ersten Schritt, deine Auswertung und eine Übung, die nur fünf Minuten dauert.
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Tipp auf ein Kapitel, dann startet das Video genau an dieser Stelle.
Sich selbst nicht zu mögen klingt dramatisch. Im Alltag fühlt es sich meistens ganz unspektakulär an. Du bist streng mit dir, du traust dir wenig zu, du schiebst deine eigenen Bedürfnisse immer wieder nach hinten. Psychologen sprechen dann von einem geringen Selbstwertgefühl: Das Bild, das du von dir hast, ist deutlich schlechter als die Wirklichkeit.
Oft beginnt das früh, zum Beispiel wenn du viel Kritik und wenig Anerkennung bekommen hast oder das Gefühl hattest, nur für Leistung gemocht zu werden. Später halten Gewohnheiten es am Leben: die strenge Stimme im Kopf, das ständige Vergleichen, der Rückzug.
Das Gute daran: Dein Selbstwert ist kein fester Zustand. Er ist eher eine Gewohnheit, wie du über dich denkst. Und Gewohnheiten kann man ändern. Der erste Schritt ist, sie überhaupt zu erkennen.
Mach den Selbsttest: Lies jedes Zeichen und nimm einen Finger, wenn du dich darin wiederfindest. Ganz ehrlich, nur für dich.
Du bist dein eigener größter Kritiker, und zwar der härteste, den es gibt. Geht etwas schief, bist du sofort schuld, auch wenn du gar nichts dafür kannst. Einen Fehler verzeihst du dir tagelang nicht. Einen Erfolg tust du ab mit: War doch nichts Besonderes.
Dein erster Schritt: Frag dich beim nächsten harten Satz: Würde ich das zu jemandem sagen, den ich liebe? Wenn nicht, sag es auch nicht zu dir.
Sobald jemand glücklich, klug oder erfolgreich wirkt, fühlst du dich neben ihm automatisch schlechter. Du schaust auf das, was andere haben und du nicht, und übersiehst dabei alles Gute, das du längst hast.
Dein erster Schritt: Vergleich dich nur noch mit einer einzigen Person: mit dir von gestern.
Für die Menschen, die du liebst, willst du das Beste. Bei dir selbst sparst du: an Schlaf, an gutem Essen, an Bewegung, an Dingen, die dir Freude machen. Meistens nicht aus Zeitmangel, sondern weil es sich tief drinnen anfühlt, als hättest du es nicht verdient.
Dein erster Schritt: Tu heute eine einzige Sache nur für dich. Früher ins Bett, ein Spaziergang, dein Lieblingsessen. Nicht als Belohnung, sondern weil du es wert bist.
Das Zeichen, das fast niemand an sich selbst erkennt. Ein Kompliment glaubst du nicht, eine Kritik glaubst du Wort für Wort, weil sie zu deinem Bild von dir passt. Hilfe nimmst du kaum an. Und wenn etwas Schönes passiert, wartest du schon darauf, dass es wieder kaputtgeht.
Dein erster Schritt: Sag beim nächsten Kompliment nur ein Wort: Danke. Kein Aber, kein Ach was. Das ist schwerer, als es klingt.
Tief drinnen glaubst du, die Zuneigung der anderen gar nicht zu verdienen. Eine Einladung wirkt auf dich wie ein Gefallen, also bleibst du lieber zu Hause. Und wenn du doch hingehst, fühlst du dich, als würdest du stören. So wirst du einsamer, obwohl die Menschen eigentlich da wären.
Dein erster Schritt: Schreib diese Woche einem Menschen, der dir guttut, eine kurze Nachricht. Du störst nicht. Du fehlst.
Allein bist du ein Mensch, unter anderen ein ganz anderer. Du gibst dir viel Mühe, dazuzugehören, und zeigst kaum jemandem dein echtes Ich. Das Anstrengende daran: Selbst wenn dich dann jemand mag, glaubst du, er mag nur die Maske und nicht dich.
Dein erster Schritt: Zeig einem Menschen, dem du vertraust, ein kleines Stück vom echten Du. Eine ehrliche Meinung oder ein Gefühl, das du sonst versteckst.
Ein großer Traum macht dir Angst, also redest du ihn klein, bevor er überhaupt wachsen kann. Du traust dir wenig zu, bleibst lieber dort, wo es sicher ist, und gibst beim ersten Rückschlag auf. Nicht, weil du es nicht kannst, sondern weil du nicht an dich glaubst.
Dein erster Schritt: Schreib einen Traum auf, den du lange weggeschoben hast, und dazu den allerkleinsten Schritt, den du diese Woche dafür machen kannst.
Der Test ist keine Diagnose, er zeigt dir nur, wo du gerade stehst. Sich selbst zu mögen ist kein Gefühl, das eines Tages einfach kommt. Es ist eine Gewohnheit, und Gewohnheiten kann man lernen: mit Zeit, mit Geduld und mit einem ersten kleinen Schritt.
Nimm dir heute Abend fünf Minuten, ein Blatt Papier und einen Stift. Schreib einen Brief an dich selbst, aber nicht aus deiner Sicht. Schreib ihn so, als würde ihn dein bester Freund schreiben, jemand, der dich wirklich gern hat. Diese drei Fragen helfen dir dabei:
Schreib jedes Wort auf, auch wenn es sich am Anfang komisch anfühlt. Leg den Brief dann irgendwohin, wo du ihn wiederfindest, und hol ihn an einem schlechten Tag heraus. An solchen Tagen glaubt man der lauten Stimme im Kopf. Dann hilft etwas Schwarz auf Weiß, das dich daran erinnert, wer du wirklich bist.
Warum die Übung so gut wirkt: Du hast längst einen Menschen in dir, der liebevoll sein kann. Du bist es jeden Tag für andere. Du musst ihn nur endlich auch für dich sprechen lassen.
Manchmal geht die Abneigung gegen dich selbst so tief, dass sie deinen Alltag lähmt. Dann sprich mit einem Menschen, dem du vertraust, mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt oder mit einer Psychotherapeutin. Das ist keine Schwäche. Das ist der mutigste Schritt von allen.
Wenn du gerade gar nicht weiterweißt: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos und anonym für dich da, unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 oder online auf telefonseelsorge.de.
Typische Anzeichen sind eine sehr strenge innere Stimme, ständiges Vergleichen, das Gefühl, Lob nicht zu verdienen, Rückzug von anderen und die Angst, große Ziele überhaupt anzufangen. Wenn du dich in mehreren der 7 Zeichen wiederfindest, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Ja. Fast jeder hat Tage, an denen er unzufrieden mit sich ist. Schwierig wird es erst, wenn daraus ein Dauerzustand wird und die kritische Stimme in deinem Kopf die meiste Zeit das Sagen hat.
Nicht jede Unzufriedenheit mit dir ist Selbsthass. Die 7 Zeichen beschreiben eher eine stille Abneigung, die sich in Gewohnheiten zeigt. Wenn deine Gedanken über dich sehr feindselig werden oder du dir etwas antun möchtest, hol dir bitte sofort Hilfe, zum Beispiel bei der Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111.
Ja. Sich selbst zu mögen ist eine Gewohnheit, kein Talent. Kleine, regelmäßige Schritte wirken dabei mehr als große Vorsätze: freundlicher mit dir reden, Komplimente annehmen, jeden Tag eine Sache nur für dich tun.
Frag dich, ob du so mit einem Menschen reden würdest, den du liebst. Und lies etwas, das du an einem guten Tag über dich aufgeschrieben hast, zum Beispiel den Brief aus der Übung auf dieser Seite.
Nein. Der Selbsttest ist eine Orientierung und keine Diagnose. Wenn du merkst, dass dich das Thema stark belastet, sprich mit deiner Hausärztin, deinem Hausarzt oder einer Psychotherapeutin.
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